Themenbereich Outdoor

Blinde Schlange

Ziele:

  • Vertrauensbildung zur führenden Person
  • Vertrauen bekommen und weiter geben
  • Verantwortung beim Führen erleben

Zeit:
Je nach Gruppengröße zwischen 20 Minuten und einer Stunde
Material:
Augenbinden
Gelände:
Diese Übung ist nahezu überall durchführbar. Eine abwechslungsreiche Bodenbeschaffenheit und die Vielzahl unterschiedlicher Hindernisse wie Baumstämme, Treppen, Steine und Äste steigern die Attraktivität und fördern das Verantwortungsbewusstsein.
Je nach Schwierigkeit des Geländes sind knöchelhohe Schuhe empfehlenswert, um ein Umknicken zu vermeiden.

Die Gruppe stellt sich als Schlange hintereinander auf und bekommt mit Ausnahme der ersten Person die Augen verbunden. Die Führende bestimmt den Weg und das Tempo. Wie eine Schlange, bei der alle Bewegungen vom Kopf ausgehen, schiebt sich die Gruppe durch das Gelände.

Nach ca. zwei bis drei Minuten stoppt die Schlange, die erste Person geht ans Ende, verbindet sich die Augen, die nun vorne stehende Person öffnet die Augen und übernimmt die Führung. Dies wird fortgeführt, bis jede Teilnehmerin einmal geführt hat.

Varianten:

  • Es darf während der gesamten Übung nicht gesprochen werden.
  • Die Teilnehmerinnen verbinden sich zuerst die Augen und werden dann von der Trainerin positioniert, so dass sie nicht wissen, wer vor und wer hinter ihnen steht.
  • Außer der Führenden hat auch die letzte Person die Augen offen.

Aufgabe der Trainerin:

Die Trainerin muss einschreiten, wenn aufgrund von Unachtsamkeit der führenden Person Verletzungsgefahr für die anderen Teilnehmenden besteht (z. B. durch spitze Äste in Augenhöhe).

Auswertung:

  • Vertrauen zur Führung
  • Vertrauen von vorne bekommen und nach hinten weitergeben
  • Sicherheit nach vorne und hinten geben
  • Umgang mit Ängsten und Bedenken
  • Verantwortung beim Führen
  • Weitergabe von Informationen über die Beschaffenheit des Weges
  • Qualität des Kontakts untereinander

Blind nach Nummern aufstellen

Ziele:

  • Phantasie und Kreativität bei der Lösung der Aufgabe entwickeln
  • Kommunizieren unter veränderten, ungewohnten Bedingungen
  • Übernahme von Verantwortung für die Gesamtlösung
  • Sich an vorgegebene Regeln halten, um so eine Lösung zu erarbeiten

Zeit:
Je nach Gruppengröße zwischen 15 und 30 Minuten
Material:
Augenbinden
Gelände:
Das Gelände ist möglichst eben und hindernisfrei. Bei zehn Teilnehmerinnen sollten mindestens 100 qm Fläche zur Verfügung stehen.
Brillen werden vor dem Verbinden der Augen abgenommen, damit diese im Kontakt mit anderen nicht beschädigt werden.

Die Teilnehmerinnen verbinden sich mit Tüchern die Augen und schweigen. Die Trainerin flüstert jeder Teilnehmerin eine Zahl ins Ohr und verteilt die einzelnen so im Gelände, dass Teilnehmerinnen mit benachbarten Nummern nicht unmittelbar nebeneinander stehen. (Damit die Trainerin, weiß, wem sie bereits eine Nummer zugeteilt hat, sollten die Personen mit Nummer bis zum eigentlichen Spielbeginn eine Hand heben.)

Nachdem jede Teilnehmerin eine Nummer bekommen hat und alle im Gelände verteilt sind, muss die Gruppe jetzt eine Strategie entwickeln, sich blind und nonverbal ihre jeweiligen Nummern mitzuteilen und sich dann in einer Reihe nebeneinander aufzustellen. Wenn die Gruppe die richtige Reihenfolge eingenommen hat (oder ein Fortgang der Lösung nicht abzusehen ist), nehmen die Teilnehmerinnen die Augenbinden ab und nennen, an ihrem Platz stehend, die eigene Nummer.

Varianten:

  • Die Gruppe erhält eine vorgegebene Planungszeit, in der noch gesprochen werden darf.
  • Die Gruppe muss mittels eines Signals der Trainerin zu verstehen geben, dass sie die Aufgabe als gelöst betrachtet.
  • Es werden einzelne Zahlen doppelt vergeben (z. B. 1,2,3,4,4,5,6,7,7).
  • Die Zahlen beginnen nicht bei 1, sondern hei 11.
  • Es werden nur gerade oder ungerade Zahlen vergeben.
  • Die Gruppe erhält für die Lösung des Problems ein Zeitlimit.

More Love

Outdoor:

Große Wiese, alte Kleidung, Ringe und Uhren abnehmen, auf Sicherheit achten

Indoor:

Großer Raum, auf Sicherheit achten

Ziele:

  • Gruppendynamische Prozesse sichtbar und besprechbar machen
  • Wo steht die Gruppe?
  • Wo sind Entwicklungschancen?
  • Oder nur zum Spaß

Wichtig:

Ziel klar ansagen

Zeit:
50 Minuten
Material:
Augenbinden; Bergsteigerseile mindestens zehn Meter lang (Wäscheleinen verknoten sich); Wiese oder großer Raum (Seile kleiner)
Evtl. mit Video aufzeichnen

Nachdem sich die TN die Augen verbunden haben, bekommen sie von der Trainerin fünf Seile (Ressourcen) und als Gruppe folgenden Auftrag:
Mit den Seilen, die sie erhalten haben, sollen die TN mit verbunden Augen das Wort "More" schreiben.
Dafür gelten folgende Kriterien:

  • Alle Buchstaben müssen gleich groß sein.
  • Alle Seile müssen vollständig verwendet werden und dürfen nicht durch Zerschneiden oder Falten verkürzt werden.
  • Bei der Bewertung der Lösung wird auch auf die optisch hochwertige und kreative Umsetzung geachtet
  • Das Zeitbudget beträgt 30 Minuten.
  • Die Trainerin fungiert als Auftraggeberin und achtet außerdem auf die Sicherheit der Teilnehmerinnen.

Nachdem die TN fertig sind, sollen sie sich ihr Werk ansehen und sich am Ergebnis freuen. Dann kommt der zweite Auftrag: Mit den gleichen Kriterien ein zweites Wort schreiben, allerdings nicht blind, sondern stumm. Dafür haben sie drei Minuten Zeit. Das Wort lautet "Love" (auch die Trainerin ist stumm).

Varianten:

Mehrere Gruppen spielen gegeneinander

Auswertung:

  • Wie sinnvoll sind die Ressourcen eingesetzt worden?
  • Rollen, persönliche Art:
    • Welche Rollen konnte ich als TN erkennen?
    • Überlegen Sie sich zu jeder Mitspielerin eine kurze Beschreibung
    • Was war meine eigene Rolle als TN in dem Spiel?

Raupe bilden

Ziele:

  • Bewegung
  • Auflockerung
  • Motivation

Zeit:
15 Minuten
Material:
Tücher (gleiche Anzahl wie Raupen), ein Gegenstand als Ziel
Bei mehr als 25 TN können auch mehr als zwei Raupen gebildet werden

Zwei gleichlange Raupen bilden, deren Mitglieder ihre Hände auf die Schultern ihrer Vorderleute legen. Die beiden Vordersten bekommen die Augen verbunden. Alle anderen bis auf die letzten in der Reihe machen die Augen zu. Die Raupenletzten versuchen durch Handbewegungen, ihre Raupe zu lenken. Links gehen: linke Schulter nach hinten ziehen und rechte Schulter nach vorne drücken.

Die Raupenglieder geben die Signale stumm nach vorne weiter - ohne Worte! Die Raupen etwas üben lassen. Dann nebeneinander aufstellen. Die Leitung zeigt den beiden Lenkerinnen einen Gegenstand, der das Ziel sein soll. Beide versuchen um die Wette, ihre Raupe zum Ziel zu steuern. Die Raupenköpfe versuchen den Gegenstand zu greifen.

Hinweis: Die Leitung achtet darauf, dass sich die TN nicht verletzen.

Raupe bilden

Ziele:

  • Die TN lösen gemeinschaftlich eine Aufgabe
  • Die TN üben bei eigenen Aktionen die Folgen für die ganze Gruppe im Blick zu haben
  • Die TN lernen achtsamen Umgangation

Zeit:
Je nach Länge der Strecke zwischen 10-30 Minuten
Material:
Ein Seil von ca. 10 m Länge, evtl. Augenbinden
Gelände:
Jeder Ort ist geeignet. Schwierigkeiten wie Türen, Treppen oder Bordsteine müssen dabei entweder umgangen oder von der Gruppe als Teil der Aufgabe bewältigt werden.

Die möglichst eng aneinanderstehenden Teilnehmerinnen werden mit einem Seil zu einem Rollmops zusammengebunden. Dabei ist darauf zu achten, dass das Seil auf Hüfthöhe verläuft und keine Einschnürung vorkommt.

Die als Rollmops zusammengeschnürte Gruppe soll sich gemeinschaftlich zu einem vorgegebenen Ort bewegen.
Die Trainerin achtet auf die Sicherheit der Gruppe.

Varianten:

  • Es darf während der Aufgabe nicht gesprochen werden.
  • Einigen Teilnehmerinnen werden die Augen verbunden.
  • Eine Teilnehmerin bleibt außerhalb des "Rollmops" und dirigiert die anderen, die alle die Augen verbunden haben.
  • Es müssen bestimmte Hindernisse (Treppen, Baumstämme) überwunden werden.

Auswertung:

  • Angenehme und unangenehme Aspekte im Rollmops
  • Zusammenspiel der einzelnen Teilnehmerinnen
  • Selbsteinschätzung der Gruppe, wie sie die Aufgabe gelöst hat
  • Umgang mit Nähe

Vertrauenswanderung

Ziele:

  • Die TN übernehmen Verantwortung für die Partnerinnen
  • Die TN sorgen für das Wohlbefinden der jeweiligen Partnerin
  • Die TN lernen Vertrauen zu entwickeln und zu erfahren, was sie...???

Zeit:
30 Minuten
Material:
Augenbinden
Gelände:
Weitläufiges, abwechslungsreiches Gelände. das leichte und schwierigere Wege, aber auch interessante Tast-, Riech- und Geschmackerfahrungen zulässt; akustische Störungen sollten vermieden werden

Die Gruppe teilt sich in Paare auf. Dabei sollten sich jeweils diejenigen zusammenfinden, die Lust haben, diese Vertrauenswanderung miteinander zu erleben. Jedes Paar entscheidet für sich, wer zunächst die Führung übernimmt und wer mit geschlossenen oder verbundenen Augen geführt wird. Nach einer vereinbarten Zeit (ca. 10 Minuten) werden selbständig die Rollen gewechselt, am Ende der Gesamtzeit treffen sich alle wieder am Ausgangspunkt.

Die Führende gestaltet die Schwierigkeit der Wanderung nach eigenem Ermessen, sie kann bewusst weitere Sinne in diese Übung einbeziehen, indem sie ihre Partnerin bestimmte Gegenstände ertasten, riechen oder auch schmecken lässt.

Varianten:

  • Während des Führens darf nicht gesprochen werden.
  • Die Führung erfolgt nur verbal, d. h. ohne Handreichung, Körperkontakt.
  • In kürzeren Sequenzen werden die verschiedenen Möglichkeiten des Führens (verbal, nonverbal, ohne Körperkontakt) nacheinander erfahren.

Auswertung:

  • Was brauche ich, damit ich gut führen kann? Besprechung
  • Was brauche ich, damit ich mich führen lassen kann?
  • In welchen Situationen fühle ich mich als Führende/Geführte wohl?
  • Welche Formen von Führung erlebe ich im Alltag?
  • Welche Formen praktiziere ich?