Toubleshooting im Projektmanagement

Überlastung vermeiden - Risiken erkennen - Krisen bewältigen - Widerstand abfangen
von Ulrich Chr. Füting
Redline Wirtschaft Verlag bei Ueberreuter, 2003
nur noch antiquarisch über zvab.com oder
abebooks.de erhältlich

Die meisten Autoren schildern zunächst die beste aller möglichen Projektmanagement-Welten und geben dann nach und nach zu, dass diese Welt viele Mängel hat.

Füting geht in seinem ungewöhnlichen Buch ganz anders vor. Er formuliert zu Beginn sein Programm so: "Wer einem Projektflop entgehen will, benötigt mehr als Know-how im Projektmanagement. Er muss auch wissen, welche Personen ein Projekt auf welche Weise zum Scheitern bringen können. Dieses Wissen nenne ich Projekt-De-Management. Ich habe dieses Wissen in Projekten erworben, die ich selbst in den Sand gesetzt habe."

Er versteht sein Buch einmal als "Helfer in einer akuten Problemsituation" und zum anderen als "Vorbereitung auf ein umstrittenes Projekt".

Der Aufbau ist sehr klar, das gewählte Gliederungsprinzip konsequent durchgehalten. Zunächst kommt die Diagnose in kurzer Form, dann eine ausführliche Fallgeschichte dazu und schließlich sozusagen das 'Gegengift'.

Einige Beispiele für die Kurzdiagnosen

  • Die Projektziele bleiben unscharf
  • Zusatzanforderungen belasten das Projekt
  • Risiken werden ignoriert oder verharmlost
  • Versprochene Ressourcen werden nicht geliefert
  • Informationen werden zurückgehalten
  • Konflikte und Krisen werden geheim gehalten
  • Probleme werden auf die lange Bank geschoben
  • Das Budget ist aus "politischen Gründen" zu niedrig

Nicht nur der Anfänger sondern auch der Profi wird von diesem Buch profitieren. Wer das Buch gelesen hat, bei dem werden sich Projekt-Boykotteure in Zukunft etwas schwerer tun.

Buchbesprechung von H. Schelle - überarbeitet von synthese